Wurzeln und Zukunft

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Meine kurze Geschichte über mich auf der Sennheiser-Webseite:

 

https://de-at.sennheiser.com/anniversary-75-moments-ibrahim-rahimi?fbclid=IwAR3Mi60J4LR2fa1FjXcKOEzG8MpqU4IUj01SbLRlkCDkPm5gCGD9t7MrG8k

 

Der 4. Juli 2019 hat eine besondere Bedeutung für Mohammad Ibrahim „Ibi“ Rahimi. Er unterschrieb seinen Arbeitsvertrag bei Sennheiser Österreich als Debitorenbuchhalter. Sein Weg dorthin war alles andere als ein leichter. Hier ist seine Geschichte.

„Meine Wurzeln sind eng mit zwei Ländern verbunden, deren Namen man öfter hört, wenn es um Krieg, Terrorismus, Gehirnwäsche, Folter und religiösen Fanatismus geht: Afghanistan und Iran. In dem einen bin ich geboren, in dem anderen bin ich aufgewachsen. Die positiven Eigenschaften dieser beiden Länder werden nicht gesehen, und über das, was mit dem Leben der Menschen dort geschieht, wird in den Boulevard-Zeitungen nicht berichtet. Ich verrate euch das größte Geheimnis meines Volkes: Wir Afghanen und Iraner haben genauso wie alle anderen Menschen dieser Welt Angst vor Terroristen und Selbstmordattentätern. In beiden Ländern wurden meine Familie und Freunde mit teuren amerikanischen und deutschen Waffen getötet. Ich sah Kinder, die ihre Begabungen und Potenziale im Laufe der Zeit verloren und als Minderjährige die Gräber ihrer Geschwister gruben. Ich hatte keine Schaufel und wollte das nicht mehr sehen, darum musste ich blind sein und weiterkämpfen. Der Weg zurück war unmöglich. Ich ging die ganze Zeit mit geschlossenen Augen nach vorne, immer weiter und weiter… Als ich wie nach einem tiefen Schlaf meine Augen wieder öffnete und nicht mehr blind sein musste, befand ich mich in Österreich.

Menschen sehen einen moslemischen Flüchtling in mir oder einen offenen, logisch denkenden Agnostiker, die einen einen dunkelhaarigen gefährlichen Kriminellen, die anderen einen superfleißigen netten Menschen. Manche sehen nur einen Ausländer, der das Sozialsystem ausnützt und die Sicherheit ihres Landes in Gefahr bringt, manche begegnen mir offen mit einem freundlichen Lächeln. Ich wollte arbeiten und viel lernen. Ich wollte Menschen, die mir mit Verachtung begegnen, beweisen, dass sie Unrecht haben. In Österreich lernte ich, dass es möglich ist, eine neue Familie zu finden. Ich habe gesehen, dass man, wenn man etwas wirklich will, dies auch erreichen kann. Und so habe ich mich entschieden, eine Ausbildung als Buchhalter zu machen. Ich war sehr motiviert, und meine neue Familie hat mich in meiner Entscheidung von Anfang an unterstützt. Nach einem Jahr habe ich den Buchhaltungskurs erfolgreich abgeschlossen und mich beworben. Ich wollte in einer Firma arbeiten, die offen ist für Vielfalt und die mich nicht nach meinen Wurzeln und meiner Herkunft beurteilt. Ich wollte an meinem Können gemessen werden, an meiner Motivation und meiner Einstellung. Sennheiser hat mir eine berufliche Heimat gegeben. Wir sind ein gutes Team, unterstützen uns gegenseitig, verfolgen gemeinsam unsere Ziele und begegnen einander mit einem Lächeln. Ich bin sehr stolz, ein Teil von Sennheiser zu sein. Niemals hätte ich zu träumen gewagt, dass ich in so kurzer Zeit so viel Großes erreiche könnte. Wie man in meiner Muttersprache so schön sagt: Bis ein fallender Apfel von einem Baum den Boden erreicht, muss er Tausende Drehungen tanzen.

https://de-at.sennheiser.com/anniversary-75-moments-ibrahim-rahimi?fbclid=IwAR3Mi60J4LR2fa1FjXcKOEzG8MpqU4IUj01SbLRlkCDkPm5gCGD9t7MrG8k

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