In absoluter Dunkelheit
Mit einem Spiegel in der Hand
Sitze ich in einem Grab
Oder sitzt das Grab in meinem Dasein?
Die gnadenlose Kälte verbrennt meine Haut
Aus diesem Feuer springt kein Licht heraus
Und ich spüre, wie die Sparschweine um mich tanzen
Ich höre die blutigen Münzen in ihnen, klagend, hüpfend
Ich höre, wie die Fahnen bei anderen Gräbern im Wind flattern
Ich höre den Zusammenprall der Fesseln an ihren Fahnenmasten
Gefesselt sind taube Hände, an diese alten, rostigen Eisen
Und dieses Dasein fühlt sich wie Futter dieses Windes
Wir brachen keine Regeln und Gesetze
Die Regeln und Gesetze brachen uns
Wir folgten dem wilden Wind nicht gehorsam genug
Denn wir wollten die letzten Blumen am Leben halten
Mein Spiegel gibt sein Bestes, aber nichts geschieht
Er trauert, denn er vermisst das Licht
Ich halte ihn fest in meiner Hand und verstecke ihn
Vor den Rabenköpfen, die uns mal verreiten und dies wieder tun werden
Aber ich höre und damit höre ich nicht auf
Die Zahnräder in meiner Nähe zerquetschen Knochen
Sie drehen sich unfreiwillig weiter
Sie werden dazu gezwungen, um etwas Unnatürliches aufrechtzuhalten
Ich höre die Stille hinter diesen Geräuschen
Schluchzen der Wesen, Anstarren der erwürgten Sterne
Kreischendes Lachen auf einem Hügel in der Nähe
Ich höre meine Seele nach mir rufen
Je mehr ich es der Stille erlaube zu sein
Umso mehr lösen sich die alten Fesseln an meinen Händen
Die Fahnen flattern sich wilder um sich herum
Als ob die Befreiung meiner Hände ihnen wehtäte
Mein Spiegel und ich vermissen mein Gesicht
Welche Farben waren einst doch so fröhlich anwesend,
bis jemand einen Plan für uns hatte und sagte:
„Wir werden das Paradies zu uns holen!“
© Ibrahim Rahimi