Verbannter

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Vielleicht ist der Tod die beste Auflösung der Seele

Vielleicht mögen diese Ketten mir etwas zu erzählen

Vielleicht haben die Hirsche es dieses Mal echt drauf

Sich selbst aus meinem Kopf zu verbannen

Vielleicht ist es hier echt unsicher und bei uns sicher

Vielleicht kosten echt die Wahlen mehr als die Leben

Vielleicht ist es doch für uns gut einander zu ignorieren

Vielleicht sind meine Gedichte ein paar Miststücke

Vielleicht ist das Orange des Sonnenuntergangs

In den Nebel auf dem ruhigen toten See verliebt

Vielleicht erinnerst du dich nicht mehr an mich

An Denjenigen, der bis letzten Atem aufrecht blieb

Vielleicht passierte etwas mit den Uhrzeigern

So viele Jahre sollten nicht so rasch vorbeigehen

So viele Tage sollten wir nicht reglos und stur

Von einem Retter, der uns nicht besuchen will, träumen

Vielleicht wollte der Mond nie in seinem Leben

Sein zweites Gesicht uns zu zeigen

Vielleicht diese Augen, die dich gerade lieben

Gehören einem Anderen, der sie von Herzen anbetete

Vielleicht haben wir nicht genug Gefühle

Doch sollen wir endlich einander aufwecken

Die Gesichter waschen, um ins Grüne zu gehen

Die Hände festzunehmen, vor ihren Kugeln zu stehen

Vielleicht rede ich ja so viel, eventuell zu wenig

Diese Schmerzen müssen endlich ausgesprochen werden

Diese Wörter fühle ich, kenne seit tausenden Jahren

Dieses heiße Magma in mir wird nie zu Steinen

Vielleicht war ja dieses Schwarze einmal und irgendwann

Ein Mann, der unter der Sonne auf seine Liebe wartete

Mit einer Rose wartete, wartete und schwer atmete

Keiner kam an ihm vorbei, außer seinem Schatten

Vielleicht ist diese Nacht im Echt etwas Besonderes

Weswegen sich so viele kleine Sterne sammeln

Vielleicht kann ich schon diese Ketten brechen

Nur ist meine Macht zwischen meinen Gedanken verloren

Vielleicht bin ich kein Dichter, kein netter Mensch

Vielleicht lebe ich unter Tyrannei von vielen Reimen

Vielleicht kennen wir uns bereits über sechs Ecken   

Und versuchen unsere Gesichter zu vergessen

Vielleicht hassen wir einander in der Tat nicht

Vielleicht haben wir nur Angst, um miteinander zu reden

Vielleicht hast du Angst vor so vielen Vorurteilen

Vielleicht bin ich zu schwarz, um eine helle Welt zu erschaffen

Vielleicht wurden unsere Denkweisen manipuliert

Vielleicht sähen sie uns, tun uns auslachen

Vielleicht haben wir so viel Angst, um es zu wagen

Die Wahrheit zu akzeptieren, von Null an anzufangen

Die alten Bücher zu brennen und mit ihren Aschen

Auf allen übrigen weißen Wänden zu schreiben

Schreiben über die Geschichte unserer Revolution

Schreiben wie viele Male wir angelogen wurden

Vielleicht sehe ich sie schließlich, wir tanzen beide

In einem unbekannten Ort in einem Märchen

Und vielleicht hat jeder seine Gründe

Um die Menschheit zu verlassen, sie zu quälen

Vielleicht sind diese Berge um mich herum nur Geschichte

Vielleicht sind sie aus euren ewigen Aberglauben

Vielleicht bin ich echt der letzte verdammte Hinterbliebene

Vielleicht rieche ich nach einem Geruch, der euch unbekannt vorkäme

Vielleicht ist diese schwere Müdigkeit nur ein Traum

Vielleicht wird alles vorbei sein, wenn ich die Augen schließe

Vielleicht sind diese Ketten an mir selbst angebunden

Vielleicht hat dieser Drache am Himmel kein Feuer mehr

Vielleicht wäre ich kein gutes Mitglied eurer Stadt gewesen

Vielleicht war ich zu viel ruhig, introvertiert, auf einmal frech

Ich weiß, dass ich vieles sagte und berichtete

Was keiner hören dürfte, alles ein Tabu wäre gewesen

Vielleicht ist überhaupt meine Feder nicht gebrochen

Vielleicht werde ich nie mehr die Freiheit fühlen

Vergesst meinen Namen und kämpft weiter

Diese Welt kann nicht von einem Einzigen gerettet zu werden

Vielleicht ist es euch langweilig, es ist zu düster

Ich hier mit den Ketten und ihr alle in euren Betten

Vielleicht werdet ihr einmal mich vermissen

Und sucht überall nach mir und schreit: „Verbannter“

© Mohammad Ibrahim Rahimi

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